Field Target - was ist das?

Das Field-Target Schießen ist eine relativ junge Schießsportdisziplin, bei welcher mit Luftgewehren auf in unterschiedlichen und unbekannten Entfernungen stehende Klappziele geschossen wird.
Der Sport entwickelte sich ende der 1970er Jahre in England, wo auch 1980 der erste Field Target Wettbewerb ausgetragen wurde. Er breitete sich in Großbritannien und in den USA schnell aus und ist heute im Ursprungsland ein ausgesprochener Breitensport.
Mittlerweile hat sich das Field-Target Schießen auch auf dem europäischem Festland etabliert und in einigen Ländern werden auch hier bereits nationale und internationale Wettbewerbe ausgetragen. In Deutschland ist Field-Target seit dem Jahr 2000 eine Disziplin des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS)

Wie der Name schon andeutet wird Field-Target im Freien geschossen, was auch den besonderen Reiz dieser Disziplin ausmacht.
Der Ablauf eines Field-Target Wettkampfes lässt sich am ehesten mit dem eines Golfturniers vergleichen. Wie beim Golf kann sich ein Parcours durchaus über mehrere Kilometer erstrecken und dessen Bestreitung mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Auch wird auf Witterungsbedingungen keine Rücksicht genommen, lediglich wenn z.B. durch Sturm oder Gewitter Gefahr für die Gesundheit der Teilnehmer entstünde, wird ein Wettbewerb unterbrochen.

Die Ziele eines Parcours werden in wechselnden Entfernungen zwischen 9 und 50m (25m bis 7,5 Joule) zur Schussposition (Feuerlinie) in unterschiedlichen „Lanes“ (Schießkorridoren) aufgestellt. Ein Wettbewerbsparcours besteht in der Regel aus 50 bis 100 Zielen, verteilt auf möglichst viele Lanes mit üblicherweise nicht mehr als 4 Zielen.
Die Teilnehmer durchlaufen den Parcours in 2er oder 3er Gruppen (Squads) von Lane zu Lane. An jeder Lane darf jeder Teilnehmer einen Schuß auf jedes Ziel abgeben, die Treffer und Fehlschüsse werden vom Squadpartner auf der Scorekarte notiert.

Die Ziele bestehen aus einer Silhouette mit der eigentlichen Trefferfläche und sind so konstruiert, dass nur ein Treffer auf die Trefferfläche das Ziel kippen lässt. Durch dieses verhalten ist eindeutig wahrnehmbar ob ein Ziel regelkonform getroffen wurde oder nicht.
Ursprünglich entsprachen die Silhouetten in Größe und Aussehen den im Heimatland des Field Target Schießens mit Luftgewehren jagdbaren Kleintieren wie Kaninchen, Krähe, Eichhörnchen oder Ratten. Das Aussehen unterliegt jedoch keiner besonderen Reglementierung und weshalb sich mittlerweile auch andere Tiersilhouetten und auch einfache geometrische Figuren etabliert haben.

Hinsichtlich der Schießposition ist der Schütze beim Field Target wenig eingeschränkt, er darf im Regelfall die Position wählen, die ihm am Angenehmsten ist, lediglich bei maximal 20% der Ziele darf die Schießposition vorgeschrieben werden. Allerdings darf der Schütze keine Hilfsmittel wie spezielle Bekleidung oder Auflagen verwenden, lediglich ein Sitzkissen ist gestattet. Auch darf die Waffe zum Schuß nur mit dem Schützen und seiner Bekleidung in Berührung kommen.

Auch die Waffen betreffend gibt es nur sehr wenige Einschränkungen. Geregelt sind die maximal zulässige Energie von 16,3 Joule, bzw 7,5 Joule für WBK freie Waffen und bei der Visiereinrichtung das Verbot von Laserzielgeräten. Auch sind externe Geräte zur Entfernungsmessung nicht zugelassen.

Um Chancengleichheit zu gewährleisten wird Field Target in verschiedenen Klassen geschossen.
Die Klassen unterscheiden nach der Art der verwendeten Gewehre und deren Energie, wobei die Klassen 3, 4 und 5 nur in Deutschland geschossen werden:
Klasse 1: Pressluft, Pressluftvorgeladene und CO2 Gewehre mit einer Energie von maximal 16,3 Joule.
Klasse 2: Gewehre mit einer Energie von maximal 16,3 Joule, die mit Federkolben oder Gaskolbentechnik arbeiten und dadurch einen Prellschlag aufweisen.
Klasse 3: Pressluft, Pressluft vorgeladene und CO2 Gewehre mit einer Energie von maximal 7,5 Joule.
Klasse 4: Gewehre mit einer Energie von maximal 7,5 Joule, die mit Federkolben oder Gaskolbentechnik arbeiten und dadurch einen Prellschlag aufweisen.
Klasse 5: Federkolben oder Gaskolbenluftgewehre mit einer Energie von maximal 7,5 Joule, bei denen der Prellschlag durch technische Vorrichtungen eliminiert wird.

Ein aus einem Luftgewehr abgeschossenes Diabolo beschreibt in seiner Flugbahn durch die geringe Ausgangsgeschwindigkeit einen ausgeprägteren Bogen (Trajektion) und reagieren sehr empfindlich auf Wind.
Die möglichst genaue Abschätzung der Trefferlage, abhängig von der Entfernung zum Ziel und eventuellem vorhandenem Seitenwind ist dadurch die besondere Herausforderung eines jeden Field-Target Wettbewerbs.




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